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Newsletter September 2022


Sehr geehrte Damen und Herren,
Liebe Interessierte,

die Sommerferien neigen sich in der gesamten Bundesrepublik nun dem Ende zu und auch bei uns nimmt die Arbeit wieder Fahrt auf. Etliche neue Projekte starten im Herbst und auch einige Veranstaltungen sind geplant.

Vorab wollen wir aber inne halten und an zwei Menschen erinnern, die sich besonders für eine Gedenk- und Bildungsstätte in den ehemaligen Adlerwerken eingesetzt haben:

Am 4. Juli 2022 starb Friedrich Radenbach, der sich mit der Claudy-Stiftung über viele Jahre für die Erinnerung an das KZ "Katzbach" engagiert hat. Am 15. August starb mit Zygmunt Świstak zudem einer der letzten Überlebenden des KZ "Katzbach". Am 5. September 2022 wäre er 98 Jahre alt geworden.

Wir denken in tiefer Verbundenheit an die Verstorbenen und sind in Gedanken bei ihren Familien und Freunden.

Ihr Team des Geschichtsort Adlerwerke

Zum Tod von Zygmunt Świstak


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Am 15. August starb einer der letzten Überlebenden des KZ "Katzbach", Zygmunt Świstak, im Alter von 97 Jahren. Wir denken in tiefer Verbundenheit an ihn und danken ihm für den unschätzbaren Beitrag, den er zur Entstehung des Geschichtsort Adlerwerke geleistet hat.


Über die Zeit nach der Befreiung berichtete er:

„Als ich aus dem Konzentrationslager kam, war ich ein anderer Mensch. Nicht nur, weil ich meinen Bruder und meinen Vater verloren hatte. Ich wusste, wie sie gestorben waren, wie sie gelitten hatten. Ich war eines der Skelette, die herumliefen. Auf meinen Knochen war nichts, nicht einmal Haut. Physisch haben die Ärzte mich repariert. Aber seelisch musste ich das selbst tun. Ich habe meine Gesundheit durch das Malen gerettet. Und ich begann, mein Gehirn vor den Qualen der Erinnerung zu schützen. Ich habe eine Barriere gegen die Erinnerungen an die Konzentrationslager errichtet."

Dennoch berichtete Zygmunt Świstak als einer der letzten noch lebenden Häftlinge des KZ „Katzbach“ in den Frankfurter Adlerwerken in vielen Gesprächen über seine schrecklichen Erlebnisse. Er setzte sich seit langer Zeit für eine Gedenk- und Bildungsstätte am  historischen Ort ein. Seine Freude war groß, als sein Wunsch im Frühjahr diesen Jahres Wirklichkeit wurde. Auch nach seinem Tod wird er im Geschichtsort Adlerwerke präsent bleiben.

Eine gemeinsame Pressemitteilung der Stadt Frankfurt und des Geschichtsort Adlerwerke finden Sie hier.

Am 26. September um 19 Uhr findet im Gallus Theater eine Gedenkveranstaltung zu Ehren Zygmunt Świstaks statt. Weitere Informationen und Anmeldung unter http://www.gallustheater.de/2022/09/zygswis.php.

Zum Tod von Friedrich Radenbach


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Mit seiner 1999 gegründeten Claudy-Stiftung hat Friedrich Radenbach die Erinnerung an die Zwangsarbeit und das KZ "Katzbach" in den Frankfurter Adlerwerken stets wach gehalten. Er hat das zivilgesellschaftliche Engagement einer Reihe von Akteur*innen unterstützt, die sich für diese Sache eingesetzt haben. Mit seiner Stiftung hat er auch den Besuch ehemaliger KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter*innen gefördert.

Eine besondere Bedeutung hatte er für den am 15. August 2022 verstorbenen ehemaligen KZ-Häftling Zygmunt Świstak und seine Familie.

Friedrich Radenbach war es, der die Überlebenden gebeten hat, ihre Erinnerungen zeichnerisch festzuhalten. Vier der hierauf entstandenen beeindruckenden Zeichnungen von Zygmunt Świstak sind zentral für unsere Ausstellung im Geschichtsort Adlerwerke.

Das Stiftungskapital der Claudy-Stiftung wird nun satzungsgemäß und im Sinne von Friedrich Radenbach an die KZ-Gedenkstätte in Mannheim und den Geschichtsort Adlerwerke aufgeteilt und die Arbeit substantiell unterstützt.

Friedrich Radenbach verstrab am 4. Juli 2022. Die Trauerfeier und Beisetzung fanden am 19. August auf dem Friedhof in Frankfurt Bockenheim statt.

Das Fritz Bauer Institut im Geschichtsort Adlerwerke


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Am 25. August durften wir das Fritz Bauer Institut im Geschichtsort Adlerwerke begrüßen. Zunächst erfolgte eine Führung durch die Ausstellung. Im Anschluss wurden die Arbeit vor Ort sowie das pädagogische Angebot vorgestellt. Den Abschluss markierte ein Rundgang durch das Gallusviertel und die Vorstellung der Actionbounds.

Wir danken den Kolleg*innen für ihren Besuch und den regen Austausch über die jeweiligen Arbeitsschwerpunkte! Wir würden uns sehr freuen, Euch/Sie in Zukunft erneut vor Ort begrüßen zu dürfen.

Veranstaltungen zur NS-Zwangsarbeit in Griesheim und im Gallus


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In den kommenden Wochen findet eine Veranstaltungsreihe des Arbeitskreis Erinnerung in Kooperation mit dem Geschichtsort Adlerwerke statt. Thematisch geht es um die NS-Zwangsarbeit in Griesheim und im Gallus. Zwei davon möchten wir Ihnen hier näher vorstellen.


25. September 2022, 14:00 Uhr
Auf den Spuren der Zwangsarbeit in den Stadtteilen Griesheim und Gallus

Stadtrundgang mit Sacha Mahl
Im Rahmen dieses Rundgangs werden Orte der Zwangsarbeit in Griesheim und im Gallus besucht. Es schließt sich eine Kuratorenführung im Geschichtsort Adlerwerke an. Sie benötigen eine RMV Fahrkarte für die Straßenbahnfahrt von Griesheim ins Gallus.

Treffpunkt:
Vor Elektronstraße 100, 65933 Frankfurt (Haltestelle Linnegraben)

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.




13. Oktober 2022, 18:00 Uhr
Zwangsarbeit für die Adlerwerke - Das Lager in der Froschhäuser Straße

Vortrag von Sacha Mahl

Ort:
Geschichtsort Adlerwerke, Kleyerstraße 17, 60326 Frankfurt

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Historischer Gallus-Kalender 2023


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Am Wochenende 10./11. September, jeweils von 14.00 – 18.00 Uhr startet die Geschichtswerkstatt Gallus den Vertrieb des Kalenders am Stadtteilbüro, Frankenallee 166 – 168 im Gallusviertel. Nun bereits zum 12. Mal führt der neue Gallus-Kalender in frühere Zeiten des Stadtteils. Die 14 Bilder sind eine Mischung aus privaten und Archiv-Fotos.


Vorbestellungen für den Kalender richten Sie gerne per Mail an die Geschichtswerkstatt: GWGallus@gmail.com – oder postalisch: Geschichtswerkstatt Gallus, c/o Stadtteilbüro, Frankenallee 166-168, 60326 Frankfurt am Main.

Ab dem 12. September erhalten Sie den Kalender auch an vielen Orten im Gallus, z.B. im Geschichtsort Adlerwerke während der Öffnungszeiten Di-Fr 14-18 Uhr sowie So 14-17 Uhr.

VGKN-Tagung in Rastatt


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Vom 28. bis 30 Oktober 2022 findet in Rastatt das Kolloquium des Verbundes der Gedenktätten im ehemaligen KZ-Komplex Natzweiler e.V. (VGKN) statt. Der Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945  beteiligt sich mit einem Programmpunkt an der Veranstaltung:

Am 30. September wird Thomas Altmeyer, der wissenschaftliche Leiter des Studienkreises und des Geschichtsort Adlerwerke, die Einführung in das Tagesprogramm präsentieren.

Parallel zur Entwicklung der Ausstellung für den Geschichtsort Adlerwerke hat der Studienkreis mit Angelina Schaefer und Christopher Gomer das Projekt "Pädagogigsche Materialien zum KZ Komplex Natzweiler" durchgeführt. Beide werden das in Kooperation mit der VGKN bearbeitete Projekt vorstellen.

Ziel ist es, mit Jugendlichen Wissen über das nationalsozialistische System der Konzentrationslager im Allgemeinen und den KZ-Komplex Natzweiler mit seinen über 50 Außenlagern im Besonderen zu vertiefen. Es geht auch um die Vermittlung der Geschichte von Erinnerung und Verdrängung nach 1945 und nicht zuletzt um die eigene Auseinandersetzung mit Gedenken und Erinnern.


VGKN Kolloquium 2022
Natzweiler: Netzwerke in Geschichte und Gegenwart

Datum:
28.10.2022 - 30.10.2022

Ort:
Bildungshaus St. Bernhard, An der Ludwigsfeste 50, 76437 Rastatt

Anmeldung unter:
veranstaltungen@vgkn.eu

Weitere Informationen sowie das komplette Tagungsprogramm finden Sie hier.

Neues Datenbankprojekt



Seit Juli diesen Jahres bearbeiten der Geschichtsort Adlerwerke und der Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945 ein neues Projekt zum Thema Zwangsarbeit in Frankfurt.

Das von der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung geförderte Projekt besteht aus einzelnen Teilbereichen und ermöglicht uns so eine multiperspektivische Herangehensweise an die Thematik.

Hauptziel ist die Schaffung einer Datenbank zu Zwangsarbeit in Frankfurt, in der sowohl Orte als auch Namen recherchiert werden können. Wir freuen uns sehr, dass wir für diese Aufgabe Dr. Wolfgang Form, den ehemaligen Geschäftsführer des Internationalen Forschungs- und Dokumentationszentrums Kriegsverbrecherprozesse (ICWC) in Marburg gewinnen konnten. Als einer der Experten für die Entwicklung von Datenbanken wird er die konzeptionelle Arbeit übernehmen.

Die ersten Daten werden den Gestapo Karteikarten mit Frankfurt-Bezug entnommen. So kann ein Fundament für die stetig wachsende Datenbank geschaffen werden. Das Archivmaterial entstammt den Arolsen Archives und wurde im letzten Jahr von zwei Kolleg*innen zusammengestellt.

Weitere Bausteine des Projektes sind die Überarbeitung und Erweiterung des Medientisches zu Zwangsarbeit in Frankfurt im Geschichtsort, die Entwicklung von Inhalten für den Ausstellungsbereich "Konflikte um Arbeit, Erinnerung, Entschädigung" sowie die Schaffung eines fundierten Social Media Konzeptes für den Geschichtsort.

Projektlaufzeit: 01.07.2022 - 31.12.2022

Alle Stadtrundgänge auf einen Blick



Der Geschichtsort Adlerwerke und dessen Träger, der Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945 e.V., bieten mit verschiedenen Kooperationspartnern (u.a. der Böll-Stiftung Hessen) Stadtrundgänge zu den Themen Widerstand, Verfolgung und Zwangsarbeit in der Zeit des Nationalsozialimus an:
 

11.09.2022, 14 Uhr   
Widerstand und Verfolgung in Darmstadt

Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie auf der Homepage der Böll-Stiftung.



22.09.2022, 10 Uhr
Widerstand im Bahnhofsviertel (Stadtspaziergang für Schulklassen)

Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier.



23.09.2022, 10 Uhr
Widerstand im Bahnhofsviertel (Stadtspaziergang für Schulklassen)

Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier.



01.10.2022, 11 Uhr
Widerstand im Frankfurter Bahnhofsviertel

Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier.



02.10.2022, 11 Uhr
Widerstand im Frankfurter Bahnhofsviertel

Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier.



06.10.2022, 17:30 Uhr
Geschichtsort Adlerwerke. Fabrik, Zwangsarbeit, Konzentrationslager (Feierabendführung)

Weiter Informationen und Anmeldung unter info@geschichtsort-adlerwerke.de



Weitere Stadtrundgänge sind in Vorbereitung.


Impressum

Geschichtsort Adlerwerke
Fabrik, Zwangsarbeit, Konzentrationslager
Kleyerstraße 17
60326 Frankfurt
Telefon: 069 40321984
Mail: info@geschichtsort-adlerwerke.de
 
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